YSMARTFITNESS Silvia Geng Back to the roots
BACK TO THE ROOTS 1.) Heilsame Effekte Die heilsame Wirkung der Natur konnte in einer Studie belegt werden. Zwei Gruppen von Patienten, welche in Alter, Geschlecht und Beschwerden vergleichbar waren, wurden in verschiedenen Krankenhauszimmern einquartiert [1]. Die Aussicht aus den Zimmern unterschieden sich durch eine Baumgruppe und eine braune Backsteinwand. Die Gesundung der Patienten, die in die Natur blicken konnten, ging rascher vonstatten als die Vergleichsgruppe. Zudem brauchten sie seltener Medikamente gegen Schmerzen und benötigten weniger die Pflegekräfte.
2.) Abbau geistiger Müdigkeit und Wiederherstellung der 
 Konzentrationsfähigkeit Alleine das Betrachten von Abbildungen aus der Natur bewirkt eine Erholung von mentaler Ermüdung nach bereits 10 min! Im Rahmen einer Studie wurden die Versuchsteilnehmer in verschiedene Gruppen zugeordnet. Während eine Gruppe nach dem ersten Konzentrationstest erholsame Naturbilder ansahen (A), betrachtete die zweite Gruppe „urbane Bilder“ (B) und die letzte Gruppe (C) erblickten geometrische Formen. Nach der 10-minütigen Bildbetrachtung wurde ein zweiter Konzentrationstest ausgeführt. Ausschließlich die erste Gruppe, die die Naturbilder zu sehen bekamen, hatten eine gesteigerte Konzentration im Vergleich zum Vortest [2].

Diese erhöhte Aufmerksamkeit und diese größere kognitive Leistungsfähigkeit wurden auch in Form von Kognitionstests in gemeinnützigen Wohnvierteln bestätigt. Hierbei schnitten Bewohner aus „grünem Umfeld“ signifikant besser ab als Einwohner, die keinen unmittelbaren Zugang in die Natur hatten [3]. Diese Studien belegen, dass das Training in naturbelassene Areale wie Wiesen oder im Wald uns helfen die Konzentrationsfähigkeit aufrechtzuerhalten oder wiederaufzubauen. Diese Erkenntnisse sprechen eindeutig für das Sporttreiben in der Natur, um sich nach einem langen Tag zu erholen.

In einer Untersuchung wurden sowohl die körperliche als auch seelische Verfassung der Versuchsteilnehmer beobachtet, während diese am Computer verschiedene Bilder (Landschaften mit Bäumen vs. Städtischen Areale ohne Pflanzen) auf sich wirken ließen. Dabei wurde herausgefunden, dass Menschen psychologisch und physiologisch auf städtische und ländlichen Gebieten verschiedene Reaktionen zeigten.

Die Probanden fühlten sich während der Betrachtung von Bilder mit Bäumen freundlicher gestimmter und hatten weniger Emotionen wie Trauer oder Frust als bei weitere Abbildungen ohne Bäume. Darüber hinaus konnte eine Kausalität zwischen dem visuellen Einwirken von Bäumen und der Abbau von Aggressionen ermittelt werden [4] .

4.) Subjektive Wahrnehmung, Botenstoffe und Stress Im Rahmen einer Vergleichsstudie ging eine Gruppierung von Läufern ihr Training in der freien Natur nach, während zwei weitere Personengruppen dieselbe Strecke auf einem Laufband durchführten – die eine mit Vogelgesang und eine weitere Gruppe ohne Naturgeräusche. Bei allen Vergleichsgruppen traten komplett verschiedene Reaktionen auf. Die Sporttreibenden in der Natur fühlten sich nach dem Lauf „fitter, gestärkter, frischer und zufriedener“ als davor, die reinen Laufbandläufer vergleichsweise erschöpfter und niedergeschlagener. Die Versuchsteilnehmer auf dem Laufband mit Naturbeschallung hatten keinerlei Abweichungen ihrer Gemütslage. Die Einschätzungen der Probanden ließen sich objektiv belegen: Die Cortison-Ausschüttung war bei den Naturläufern geringer, das (Nor-)Adrenalin war hingegen höher– die Laufbandgruppe ohne Vogelbeschallung wiesen hingegen exakt gegenläufige Werte auf. [5]

Die stressausgleichende Wirkung der Natur auf den Organismus konnte in vielen weiteren Untersuchungen physiologisch gemessen und nachgewiesen werden. Zum Beispiel führt eine regelmäßiges Laufen im Wald langfristig zu einem niedrigeren Blutdruck als die gleichen Bewegungsabläufe im der Stadt (z.B. Spazieren)[6]. Die Studien belegen nur das, was wir alle schon erfahren konnten: das Bewegen in der Natur wirkt sich auf den Körper stimmungsaufhellend und stressregulierend aus!

5.) Einfallsreichtum und kreative Ideen Eine weitere Erkenntnis basiert auf eine Auswertung über das Zustandekommen von bahnbrechenden Ideen und ideenreichen Lösungen. Dabei fanden Forscher heraus, dass auf Platz eins der meisten Ideen / Geistesblitze in der freien Natur (28 %) entstehen [7].
6.) Mehr Wohlbefinden Britische Forschern der University of Exeter untersuchten ob und in welchem Ausmaß Lebenszufriedenheit mit dem Aufenthalt in der Natur einhergeht. Dafür wurde eine Langzeitstudie mit rund 10.000 Briten im Rahmen von 18 Jahren durchgeführt. Die Versuchsteilnehmer machten innerhalb diesen Zeitraums Angaben über den aktuellen Wohnort sowie das Ausmaß über ihre Gemütszustände wie Stress oder Freude während den vergangenen Wochen. Es konnte ein klarer Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit sowie die psychische Gesundheit von Menschen und der Aufenthalt in der Natur ermittelt werden [8].
7.) Die Wirkung des Lichts Die Lichteinwirkung hat einen weitaus größeren Einfluss auf den Menschen als das Sehen. Die Aufnahme und Verarbeitung von Lichtreizen über das Auge und dem vegetativen Nervensystem hat eine Steuerung etlicher Hormone und Stoffwechselvorgängen zur Folge. Zum Beispiel fördert der UVB-Anteil im Licht der Kohlehydrate-, und der Kalziumstoffwechsel sowie die Herstellung von Vitamin D. Weitere Lichtspektren können eine große Wirkung auf den Gemütszustand, Puls, Herzkreislaufsystem und Innervationsfähigkeit der Muskulatur auslösen [9]. Die Quintessenz ist... Die Wirkung der Natur auf uns Menschen hat nur Vorteile und keine Nachteile, denn das Trainieren in der Natur… … macht uns glücklich und bauen schlechte Gefühle ab ... tun uns gut und ersetzen Medikamente für den Leistungserhalt oder zur Beruhigung … ist jedem von uns zugänglich und erfahrbar … bedürfen keinerlei Mühe und Anstrengung …ist für jeden erschwinglich, weil es nichts kostet

Literatur

[1] Ulrich, R.S. (1985). Aestetic and emotional influences of vegetation. Swedish Council for Building Research to the Department of Clinical Psychology. Stockholm. & Ulrich, R. S. (1984). View through a window may influence recovery from surgery. Science, 224, 420-421.

[2] Berto, R. (2005). Exposure to restoratve environments helps restore attentional apacity. Journal of Environmental Psychology, 249-259.

[3] Hartig, T., Evans, G. W., Jamner, L. D., Davis, D. S., & Gärling, T. (2003). Tracking restoration in natural and urban field settings. Journal of environmental psychology, 109-123.

[4] Lohr, V.I. & C.H. Pearson-Mims. (2006). Responses to scenes with spreading, rounded, and conical treeforms. Environment & Behavior, 667-688.

[5] Psychology Today (1995).

[6] Hartig, T., Evans, G.W., Jamner, L.D., Davis, D.S. & Gärling, T. (2003). Tracking restoration in natural and urban field settings. Journal of Environmental Psychology, 23 (2), 109-123.

[7] Helfrecht, M. & Beck, C. (1998). Chancen für den Mittelstand. Bayreuth: HelfRecht Verlag. In: Hirn, W. (1997). Ideenfabrik. Manager Magazin, S. 61-66.

[8] White, M.P., Alcock, I., Wheeler, B.W. & Depledge, M.H. (2013). Would you be happier in a Greener Urban Area? A Fixed-Effects Analysis of Panel Data. University of Exeter. Psychological Science.

[9] Liedtke, G. & Lagerström, D. (2007). Friluftsliv. Entwicklung, Bedeutung und Perspektive. Aachen: Meyer & Meyer Verlag

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